Das Prinzip "Hoffnung": Bericht zur Jahreshauptversammlung des Lindauer Tierschutzvereins

Am 28.04.2016 lud der Tierschutzverein e. V. Stadt und Landkreis Lindau (Bodensee) unter der Leitung der 1. Vorsitzenden Petra Seidl seine Mitglieder zur alljährlichen Hauptversammlung.

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Oberste Priorität, so Seidl, habe zunächst die sichere Unterbringung und Versorgung der notleidenden Tiere in Stadt und Landkreis. Der Hauptaspekt der Tierschutzarbeit in unserer Region bestehe daher in den kommenden Jahren auch weiterhin auf der baulichen und finanziellen Sanierung des Lindauer Tierheims, dessen Träger der Tierschutzverein ist.

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Durch das bemerkenswerte Engagement zahlreicher Handwerksbetriebe aus der Region, allen voran der Firmen Glas Nuber und Haug + Schöttle, konnte der Lindauer Tierschutzverein 2015 aus eigener Kraft wichtige Sanierungsmaßnahmen stemmen, wie z. B. den Austausch der maroden Gebäudefenster und -türen. Der Tierschutzverein erhofft sich dadurch wiederum auch deutliche Einsparungen im energetischen Bereich. So freut sich Seidl zudem, berichten zu können, dass 2016 deutlich früher als geplant mit der lange überfälligen Sanierung der Gebäudedächer begonnen werden kann.

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Ehrenamtlich überwacht, begleitet und organisiert wird der von Petra Seidl vorgestellte sogenannte "5-Jahres-Maßnahmenplan" für die Sanierung der teils stark maroden Bausubstanz des Lindauer Tierheims von Ralf Haueisen vom Lindauer Fachbüro für Bauprojekte "Fundamental". Finanziell wird der Tierschutzverein für alle erforderlichen Maßnahmen insgesamt ca. 170.000 Euro bereitstellen müssen.

Mit dem Finanzbericht zum Jahr 2015 und dem Haushaltsplan für 2016 präsentierte Schatzmeisterin Cathrin Weser die finanzielle Basis für den Betrieb des Tierheims und die Sanierungsprojekte. Der Haushalt 2015 schließt mit einem deutlichen Überschuss von über 50.000 Euro ab. In zahlreichen Bereichen konnte der Tierschutzverein somit deutliche Einsparungen vornehmen, aber auch Mehreinkünfte verbuchen.

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Weser warnte jedoch vor gar zu viel Überschwang, denn ein deutlicher Teil des Finanzüberschusses liege in einer immens hohen Spendenbereitschaft in der Region, also im Prinzip "Hoffnung", begründet.

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Der von Petra Seidl geprägte Begriff verdeutlicht, dass auch weiterhin ein Teil der Einnahmen des Tierschutzvereins auf freiwilligen und somit nicht fest einkalkulierbaren Zuwendungen stammt.

Daher arbeitet der Tierschutzverein auch in Zukunft verstärkt an einem möglichst hohen Anteil fixer Einkünfte, um auch weiterhin ein solides finanzielles Fundament für die Tierschutzarbeit und die Versorgung der Tiere im Lindauer Tierheim zu schaffen. In der Verantwortung sieht Seidl hier auch und vor allem die bayerische Landesregierung. Zwar sei ein zunehmendes Bewusstsein für die wichtige Arbeit der Tierschutzvereine und Tierheime und deren landesweit prekäre Situation spürbar, es mangele jedoch an konkreten Maßnahmenplänen. Seidl lädt daher alle interessierten Politiker der Landesregierung herzlich zur Schnupperstunde ins Tierheim ein und hofft auf einen offenen Dialog mit den Verantwortlichen.

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Auf kommunaler Ebene lobte Seidl, unterstützt durch Beirat und Nonnenhorner Bürgermeister Rainer Kraus, die vertrauensvolle, partnerschaftliche Zusammenarbeit und den guten Dialog mit den Gemeindeparlamenten. Mit der Erhöhung der Fundtierpauschale von 0,50 Euro auf 1 Euro pro Einwohner kamen viele Kommunen in Stadt und Landkreis im vergangenen Jahr der Forderung des Tierschutzvereins nach. Der Tierschutzverein dankt an dieser Stelle für das entgegengebrachte Vertrauen in die geleistete Arbeit und zeigt sich auch weiterhin bemüht, einen großen Anteil der erforderlichen Sanierungsmaßnahmen aus eigener Kraft zu realisieren.

Aus dem Lindauer Tierheim berichtete Tierheimleiterin Martina Schwendner von den tierischen Zu- und Abgängen des Jahres 2015 und legte den Besuchern der Jahreshauptversammlung noch einmal die Tierheim-"Sorgenkinder" ganz besonders ans Herz.

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Dazu zählen unter anderem Hund Sammy, der nun schon geschlagene dreieinhalb Jahre auf geeignete Besitzer hofft, sowie Yorkshire-Terrier Biene, die an Diabetes erkrankt ist und daher ein gutes Zuhause ebenfalls ganz besonders verdient hat.

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Vermehrt sehen sich Tierheim und Tierschutzverein auch mit der Versorgung von verwahrlosten und teils schwerkranken Tieren aus sogenannten Animal-Hoarder-Haushalten konfrontiert. Falsch verstandene Tierliebe läuft hier aus dem Ruder, die Betroffenen entwickeln einen so intensiven "Sammeltrieb" für Tiere, bis sie mit deren Versorgung ihrer Tiere vollständig überfordert sind und ein Eingreifen des Tierschutzes erforderlich wird. In Kooperation mit Veterinärs- und Landratsamt wurden im vergangenen Jahr über 100 Tiere aus solchen Haushalten von Tierheim und Vertragstierarzt versorgt, aufgepäppelt und in gute, neue Zuhause vermittelt.

In der vergangenen Woche konnten nun auch noch die letzten zwei Tiere aus diesen Aktionen, die Meerschweinchen Peter Alexander und Nick P, in ihr neues Leben starten und im Tierheim tritt nach den vergangenen turbulenten Monaten nun langsam wieder so etwas wie Normalität ein.

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Seidl und Schwendner dankten an dieser Stelle ganz besonders dem Team aus Tierheimpersonal, Mitgliedern, ehrenamtlichen Helfern und Sponsoren für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung in dieser schwierigen, arbeitsintensiven Zeit, aber auch im Rahmen der vielen Aktivitäten des Tierschutzvereins in 2015, wie Tag der offenen Tür, Frühlingfest, Weihnachtsmarkt usw. Hinzu gesellt sich der Wunsch, dass auch 2016 für Tierschutzverein und Tierheim ein ebenso erfolgreiches, von großem Teamwork geprägtes Jahr werden möge wie das vergangene Jahr 2015.

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Abschließend luden Petra Seidl und der Tierschutzverein schon einmal alle Interessierten zum jährlichen Frühlingsfest am 29.05.16 und dem beliebten Tag der offenen Tür am 18.09.2016 herzlich ein.

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